Ein verkappter Goehte

Der Nachtgesang und stille Lieder,
säuselt still und klaglos hin,
ruft nach Wehmut immer wieder,
fragt nach dem, was ich nun bin.

Symphonie des Nachtgebärens,
haltlos jammernder Gesang,
Ach, hör auf, stets immerkehrend,
liebeseifernd häßlich Bann.

Papa

Manchmal kommst Du mir doch so plötzlich in den Sinn.
Dann erschrecke ich mich.
Nein, nicht wegen Dir,
vielmehr deswegen, weil ich erkenne,
wie normal das Leben doch auch ohne Dich geworden ist.
Sieben Jahre sind vergangen, seit dem Du von uns gingst.
Es hat sich viel verändert.
Das bringt die Zeit so mit sich.
Mich würde es schon mal interessieren,
was Du von diesen Veränderrungen hältst.
Vielleicht gerade deswegen, weil ich es nie erfahren werde, ist der Wunsch danach umso größer.

Mein Sohn

Als es Dich noch nicht gab,
stellte ich mir vor, wie Du sein würdest.
Jetzt, wo es dich gibt,
kann ich mir kaum vorstellen, wenn Du nicht wärst.
Ich hielt Dich auf meinem Arm,
kaum eine Stunde alt.
Ich konnte miterleben,
wie die Welt dich empfing.
Ein Leben.
Mein Leben?
Dein Leben!
Leb´ es.

Hoffnung

Ich versuch von Dir zu schreiben,
um Gedanken zu vertreiben,
dass ich dich nicht mehr wiederseh´,
was meinem Herze tut so weh.

Unverhofft tratst Du hinein,
in mein Leben, in mein Sein
und brachtest ein Gefühl zurück,
von dem ich dachte, es sei weg.

Auch wenn wir uns nicht mehr begegnen,
wir uns nicht mehr wiedersehen,
so weiß ich nun – von heute an,
das ich wieder lieben kann.

Liebe

Niemals vergess´ ich deine Augen,
niemals deinen Blick,
das bedingungslose Vertrauen,
als wir uns geliebt.

Niemals vergess´ ich das Gefühl,
nie diese Leidenschaft,
das Wissen, das es Dir auch gefiel,
hat mir so viel gebracht.

Und wenn ich mich scheue
von Gefühlen zu reden,
sollst Du´s nicht bereuen,
denn Du wirst noch erleben,
das meine Lippen formen,
was im Herzen verborgen.

Der Morgen

Scheint am Morgen rot der Himmel,
im leichten Nebel steht ein Schimmel,
am Waldesrand, auf grüner Au,
die Wiese glänzt im Morgentau,
die Vögel diesen Tag besingen,
herrlich ihre Lieder klingen,
wenn so ein jeder Tag beginnt,
der Mensch auch sehr viel Kraft gewinnt.

Augenblicke

Wenn am Himmel Wolken fliegen,
die Knospen in den Bäumen blühen,
Vögel zwitschern mittendrin,
dem Leben geben seinen Sinn.

Wo Regentropfen schön und leise,
im Teiche ziehen weite Kreise,
und Schwäne schwimmen obendrauf,
alles nimmt den rechten Lauf.

Der Mond sobald am Himmel steht,
klare Nachtluft mich umweht,
die Nachtigall ihre Weisen singt,
das schönste Lied auf Erden klingt.

Kommt die Sonne dann hervor,
dein Atem dringt sanft in mein Ohr,
schaue ich Dich gerne an
und denke auch so oft daran,
nun Ruhe in mein Leben kehrt,
da Du dich mir nicht hast verwehrt.

Das höchste Gut auf Erden ist,
Momente, die Du nie vergisst,
wo glücklich und zufrieden,
zwei Menschen zueinander finden.
(zwei Menschen fest einander lieben.)